Toskana Roadtrip – Meine Tipps für eine Woche in der schönsten Region Italiens

Toskana - Die Mitten in der malerischen Altstadt erhebt sich ein architektonisches Meisterwerk, das die Jahrhunderte überdauert hat - die Kathedrale von Florenz. Über den Dächern der Altstadt erhebt sich die Kathedrale. Im Hintergrund sind die Berge zu sehen.

Die Toskana macht etwas mit einem. Man kommt an – und wird sofort langsamer. Nicht weil man müde ist, sondern weil die Landschaft es so verlangt. Sanfte Hügel, Zypressenalleen, Weinberge die im Abendlicht leuchten. Man schaut einfach – die ganze Zeit.

Wir haben eine Woche in Montaione verbracht – einem kleinen Ort im Herzen der Toskana der kaum jemand kennt. Keine Busladungen Touristen, kein Gedränge vor dem nächsten Highlight. Dafür: Stille, ein Pool mit Aussicht auf die Hügellandschaft und die perfekte Ausgangslage für Tagesausflüge in alle Richtungen. Quasi eine etwas andere Interpretation von Roadtrip.

Das ist das Geheimnis eines guten Toskana-Urlaubs – nicht von Stadt zu Stadt hetzen, sondern eine Homebase wählen und von dort aus entdecken. Wer jeden Tag woanders schläft verliert die Toskana. Wer bleibt findet sie.

Warum Montaione?

Montaione liegt im Dreieck zwischen Florenz, Pisa und Siena – keiner dieser Orte ist mehr als eine Stunde entfernt. Das macht den kleinen Ort zur idealen Basis für Tagesausflüge ohne lange Anreisen.

Wir haben im Poggio Giulia gewohnt – einem toskanischen Landhaus auf einem Hügel außerhalb des Ortes. Drei renovierte Gebäude im rustikalen Stil, vollständig ausgestattete Apartments, eigene Terrasse und ein Pool mit Blick auf die umliegende Landschaft. Die Gastgeberin Elisabetta und ihre Familie waren herzlich und hilfsbereit – genau das richtige nach einem langen Ausflugstag.

Morgens früh aufstehen, Kaffee auf der Terrasse, die Hügel im Morgendunst. Abends zurückkommen, Pool, Wein, Abendlicht. Dazwischen: Toskana.

Ausflug 1: Lucca – Die Stadt hinter den Mauernirchen

Lucca ist eine der wenigen Städte Italiens die ihre mittelalterliche Stadtmauer vollständig erhalten hat – vier Kilometer lang, breit genug für einen Weg auf der Krone. Man kann die gesamte Mauer zu Fuß oder per Fahrrad erkunden – vier Kilometer durch Baumschatten mit Blick auf die umliegende Landschaft. Die ganze Stadt selbst sieht man von der Mauer leider kaum – dafür aber vom Guinigi-Turm.

Von einer höheren Perspektive aus sieht man einen hohen viereckigen Turm, der sich über den Häusern der Stadt - vor einer schönen Bergkulisse - erhebt.
Blick vom Guinigi-Turm auf Torre di San Frediano vor den Bergen der nördlichen Apenninen

Drinnen ist Lucca erstaunlich ruhig – verglichen mit Florenz oder Pisa ist es fast provinziell, im besten Sinne. Kleine Plätze, romanische Kirchen, Straßencafés ohne Touristenpreise. Die Piazza dell’Anfiteatro – ein ovaler Platz der exakt der Form des römischen Amphitheaters folgt das einmal an dieser Stelle stand – ist eines der schönsten Stadtbilder der Toskana.

Tipp: Fahrräder am Stadttor ausleihen und einmal die Mauer umrunden. Das dauert nur etwa 30 Minuten und ist der beste Einstieg in die Stadt.

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Seit 2009 buche ich meine Unterkünfte über booking.com und stelle mir meine Reisen zusammen. Merke mir Hotels die mir gut gefallen, um sie in spätere Reisen zu integrieren. Bereut habe ich das nie. Aber seht am besten selbst.

TIPP
Die Toskana ist für mich ein Sehnsuchtsort, weil sich Ruhe und Hektik, Kunst und Kultur und Erholung mit Sightseeing-Streß super kombinieren läßt. Eine Region die perfekt in meiner Vorstellung von Urlaub passt.

Meine Empfehlung geht in Richtung Homebase und von dort aus Tagesausflüge in die Region organisieren. Zum einen ist man etwas freier in der Frage, wann man welchen Ort besuchen möchte (evtl. auch das Wetter besser einschätzen kann) und die Erholung am Pool nicht die schlechteste Idee ist.

Ein Roadtrip hat auch was, aber sie Spontanität an Ort und Stelle den Aufenthalt ohne Probleme immer verlängern zu können stellt sich in der Praxis manchmal schwieriger dar.

So oder so braucht es aber explizit den Hinweis von mir, dass bspw. Florenz sogenannte „Zona a Traffico Limitato“-Zonen (ZTL) eingerichtet hat, in die man nicht mit dem Auto fahren darf, auch nicht in Parkhäuser, die in dieser Zone liegen. Ganz neben bei das kostet mal schnell 70 Euro und mehr und wenn du aus Versehen ein zweites Mal in die Zone fährst nochmals so viel.

Ausflug 2: Pisa – Mehr als der schiefe Turm

Ja, der schiefe Turm. Man muss ihn sehen. Aber Pisa ist mehr als dieser eine Moment. Die gesamte Piazza dei Miracoli – Turm, Dom, Baptisterium und Camposanto – ist ein außergewöhnliches Ensemble weißen Marmors das man so nirgendwo sonst findet.

Pisa und in der schiefe Turm liegen ebenso in der Toskana
Pisa und der schiefe Turm liegen ebenso in der Toskana

Was viele nicht wissen: Der Dom ist kostenlos zugänglich. Das Baptisterium hat eine außergewöhnliche Akustik – wenn ein Mitarbeiter eine einzige Note singt füllt der Klang das gesamte Gebäude. Das ist kein Touristentrick sondern Architektur.

Wer nach dem Piazza-Besuch noch Zeit hat – Pisa hat eine echte Altstadt am Arno mit Studenten, kleinen Bars und einem Leben das mit den Touristenströmen auf dem Piazza nichts zu tun hat.

Ausflug 3: Livorno – Eigentlich kein Pflichtprogramm

Livorno braucht kein Mensch. Das sei hier ehrlich gesagt. Eine Hafenstadt die sich nicht für Touristen verkleidet – laut, ungekämmt, nicht besonders schön.

Livorno am Meer in der Toskana

Aber: Wer am Abend in die Venezia Nuova geht – das kleine Viertel mit Kanälen das tatsächlich ein bisschen an Venedig erinnert – der findet dort einen überraschend charmanten Ort. Die Kanäle im Abendlicht, ein Aperitivo an der Wasserseite, kaum Touristen. Das lohnt sich.

Mehr braucht es in Livorno nicht.

Ausflug 4: Siena – Die heimliche Hauptstadt

Siena ist mein Lieblingsort in der Toskana. Nicht weil er der Schönste ist – sondern weil es der Echtste ist. Die Stadt lebt noch. Die Contrade – die historischen Stadtbezirke – sind keine Folklore sondern gelebte Identität. Beim Palio, dem berühmten Pferderennen auf der Piazza del Campo, kämpfen die Stadtteile jedes Jahr aufs Neue um die Vorherrschaft.

Über den Dächern von der Altstadt Sienas ragt der Torre del Mangia - ein 87 Meter hoher viereckiger Turm - heraus.
Torre del Mangia

Die Piazza del Campo ist der schönste mittelalterliche Platz Italiens – muschelförmig, leicht abfallend, von Palazzi umgeben. Man setzt sich einfach hin und schaut zu. Die Zeit vergeht so schnell.

Der Dom – die Cattedrale di Santa Maria Assunta – ist innen überwältigend. Der schwarz-weiß gestreifte Marmor, die Bibliothek Piccolomini mit den Fresken von Pinturicchio, der Mosaikboden der nur zu bestimmten Zeiten aufgedeckt wird. Das ist kein Pflichtbesuch – das ist echter Genuss.

Tipp: Siena am frühen Morgen besuchen – vor 9 Uhr gehört die Piazza del Campo fast Dir allein.

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Siena?

Wenn Du noch nie in der Toskana, Siena oder Florenz warst, dann helfen Dir Plattformen wie bspw. GETYOURGUIDE dabei einen ersten Überblick der Top Sehenswürdigkeiten der Stadt zu bekommen. Aber schau selbst, ob Dein Wunschziel dabei ist.

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Ausflug 5: Florenz – Zu viel für einen Tag

Florenz ist überwältigend. Nicht weil es so groß wäre – sondern weil auf so engem Raum so viel zusammenkommt. Dom, Uffizien, Ponte Vecchio, Palazzo Pitti, Piazzale Michelangelo – man kann sich nicht entscheiden.

David in Florenz
David in Florenz

Mein Rat: Entscheide Dich vorher. Ein Ausflugstag reicht für die Uffizien oder den Dom oder die Boboli-Gärten. Nicht für alle zusammen. Wer alles sehen will sieht nichts.

Was man immer machen sollte: Den Arno entlang spazieren, früh morgens über den Ponte Vecchio gehen wenn die Juwelierläden noch geschlossen sind und das Licht auf dem Fluss liegt. Und abends auf den Piazzale Michelangelo – der Blick über Florenz im Abendlicht ist eine der schönsten Aussichten Italiens.

Wichtig: Uffizien-Tickets unbedingt vorab online buchen – die Warteschlangen ohne Ticket sind enorm.

Die Homebase-Strategie – warum sie funktioniert

Eine Woche an einem Ort – das klingt nach wenig Toskana. Es ist das Gegenteil. Wer jeden Tag woanders schläft verbringt die Hälfte der Zeit mit Koffer packen, Hotelbewertungen lesen und Parken. Wer bleibt kommt an. Lernt die Bäcker kennen. Weiß welches Lokal im Ort am Donnerstag geöffnet hat. Findet die Stelle mit dem besten Blick auf die Hügel.

Montaione ist dabei fast zu perfekt: Im Herzen des Dreiecks Florenz-Pisa-Siena, kein Touristenstrom, echtes toskanisches Leben. Und das Poggio Giulia mit seinem Pool und der Terrasse ist der richtige Ort um anzukommen nach einem langen Ausflugstag.

Praktische Infos

Anreise: Flug nach Florenz oder Pisa, dann Mietwagen. Ohne Auto geht in der Toskana außerhalb der großen Städte wenig.

Beste Reisezeit: Mai bis Juni und September bis Oktober – angenehm warm, weniger Touristen als im Hochsommer. Im Juli und August ist die Toskana voll und heiß.

Unterkunft: Poggio Giulia in Montaione – Apartments mit Pool, Terrasse und Blick in die Hügel. Ideal für Paare oder Familien die eine Woche bleiben möchten.

Tickets vorbuchen: Uffizien Florenz, Schiefer Turm Pisa, Siena Dom – alle online deutlich günstiger und ohne Warteschlange.

Mietwagen oder eigenes Auto?

Ein Mietwagen bietet maximale Flexibilität und ist besonders praktisch, wenn du die verschiedenen Städte und ländlichen Gegenden der Toskana erkunden möchtest. Alternativ kannst du auch mit deinem eigenen Auto anreisen, besonders wenn du aus einem Nachbarland kommst. Beachte jedoch, dass einige Altstadtbereiche für Autos gesperrt sind (ZTL-Zonen). Plane Parkmöglichkeiten am Stadtrand ein.

Wieviel Zeit sollte man einplanen?

Für die vorgeschlagenen Roadtrip (mit oder ohne Homebase) sind mindestens eine Woche, besser jedoch zehn Tage empfehlenswert, um die Städte und ihre Highlights entspannt zu erkunden. Wer La Spezia, die Cinque Terre oder Bologna einbeziehen möchte, sollte zusätzliche drei bis vier Tage einplanen.

Homebase oder Roadtrip?

Ob du eine feste Unterkunft als Ausgangspunkt wählst oder von Ort zu Ort reist, hängt von deinen Vorlieben ab. Eine Homebase eignet sich, wenn du längere Tagesausflüge unternehmen möchtest, während ein klassischer Roadtrip dir die Möglichkeit bietet, die Vielfalt der Toskana intensiver zu erleben. Beide Varianten haben ihren Reiz und lassen sich auch kombinieren.

Wir haben uns für eine Homebase mit Pool entschieden. Die zentrale Lage und der Ausblick über die hügelige Landschaft waren für uns das Richtige und bescherte uns unvergessliche Erinnerungen.

Unser Unterkunfts-Tipp: Poggio Giulia
Mit traumhaften Appartments in ruhiger Lage umgeben von Zypressen und Olivenhainen. So stellt man sich die Toskana immer vor!

Fazit: Die Toskana für alle Sinne

Von den mittelalterlichen Gassen in Lucca über den kulturellen Reichtum Pisas und Sienas bis hin zum maritimen Flair Livornos (darf man gern auch anders sehen) und der Kunstmetropole Florenz – dieser Roadtrip bietet eine unvergleichliche Vielfalt. Wer mehr Zeit hat, kann die Reise durch einen Abstecher in die Cinque Terre und nach Bologna bereichern. Die Toskana bleibt jedoch das Herzstück dieser Tour, eine Region, die alle Sinne anspricht und unvergessliche Erlebnisse verspricht.