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London an einem Tag – Eine Sightseeingtour durch die britische Metropole

London ist eine Stadt, die einen nicht loslässt. Kaum irgendwo sonst auf der Welt treffen Geschichte, Kultur und pulsierende Lebendigkeit so unmittelbar aufeinander. Dieser Artikel nimmt dich mit auf eine Tagestour, die ich bewusst anders geplant habe als die üblichen Routen – keine gehetzten Museumsbesuche, kein Abhaken von Sehenswürdigkeiten. Stattdessen: ein Tag mit Rhythmus, schönen Momenten und einem Glas Champagner zum Sonnenuntergang.

Die Tour beginnt im Westen der Stadt, folgt den Kanälen nach Osten, überquert die Themse und endet dort, wo London am lautesten ist: am Piccadilly Circus.

Little Venice: Frühstück am Kanal

Wer London kennt, kennt Little Venice meistens nicht. Das Viertel im Westen der Stadt ist einer dieser stillen Orte, die man erst entdeckt, wenn man aufhört, Sehenswürdigkeiten zu suchen. Hausboote in allen Farben schaukeln auf dem Wasser, Weiden hängen in den Kanal, und der Morgen fühlt sich hier fast ländlich an.

Das Waterside Café direkt am Wasser ist der ideale Startpunkt. Ein ehrliches Frühstück – Full English, Toast, ein guter Kaffee – bevor der Tag richtig beginnt. Das Café öffnet um 9:30 Uhr, was gut passt: London Waterbus Company legt um 10:45 Uhr ab, und du willst ohne Eile ankommen.

Tipp: Little Venice ist eine der ruhigsten Ecken Londons. Nimm dir die Zeit, ein bisschen am Wasser entlangzulaufen, bevor du einsteigst.

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Seit 2009 buche ich meine Unterkünfte über booking.com und stelle mir meine Reisen zusammen. Merke mir Hotels die mir gut gefallen, um sie in spätere Reisen zu integrieren. Bereut habe ich das nie. Aber seht am besten selbst.

TIPP
Sky Garden: Kostenlose Reservierung unter skygarden.london – mindestens 3–4 Wochen im Voraus buchen.

London Waterbus: Tickets und Abfahrtszeiten unter londonwaterbus.com. Abfahrt in Little Venice (Blomfield Road).

Northern Line ab Camden: Charing Cross Branch in Richtung Bank nehmen, nicht die Bank Branch.

London Eye: Fast-Track-Ticket mit Champagner-Erlebnis unter GetYourGuide buchen. Zeitslot passend zum Sonnenuntergang wählen.

Chinatown: Bargeld mitnehmen, viele Restaurants akzeptieren keine Karten. Wenn Du höflich fragst, dann kann man manchmal auch mit Karte zahlen. :-)

Oyster Card: Die beste Wahl für alle Tube-Fahrten. An den Automaten in jeder Tube-Station erhältlich oder vorab online bestellbar.

London Waterbus: Durch den Regent’s Canal nach Camden

Die London Waterbus Company bringt dich auf dem Regent’s Canal von Little Venice nach Camden – und das ist eine der schönsten Möglichkeiten, London zu erleben. Das Boot gleitet durch den Regent’s Park, vorbei am Londoner Zoo, unter alten Brücken hindurch und durch enge Schleusen. Man sieht Gärten, Ateliers, Jogger auf den Treidelpfaden – eine völlig andere Stadt als die, die man auf der Straße erlebt.

Little Venice

Die Fahrtzeit beträgt etwa 45 bis 50 Minuten, je nach Wartezeit an den Schleusen auch etwas länger. Tickets am besten vorab online buchen unter londonwaterbus.com.

Tipp: Man sitzt in den Booten meist auf Wasserhöhe. Der Blick auf den Regent’s Park ähnelt daher eher den Blick einer Ente auf seine Umwelt.

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London?

Wenn Du noch nie in London warst, dann helfen Dir Plattformen wie bspw. GETYOURGUIDE dabei einen ersten Überblick der Top Sehenswürdigkeiten der Stadt zu bekommen. Aber schau selbst, ob Dein Wunschziel dabei ist.

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Camden Market: Vom Hut bis zur Socke

Camden ist das Gegenteil von Little Venice – und genau das macht diese Kombination so reizvoll. Der Markt brodelt, die Musik kommt von überall, und der Geruch von Street Food aus aller Welt liegt in der Luft. Vinylplatten, Vintage-Klamotten, handgemachte Ledertaschen, japanische Streetwear – wer hier nicht fündig wird, sucht nicht richtig.

Eingang Camden Market in London

Eine Zwischenmahlzeit gehört dazu. Die Auswahl ist überwältigend: Fish and Chips, koreanische Reisnudeln, argentinische Empanadas, äthiopisches Injera. Einfach durch die Gassen schlendern und schauen, was einen anlacht.

Danach geht es mit der Tube weiter. Von Camden Town fährst du mit der Northern Line (Charing Cross Branch) nach Bank Station. Achtung: Die Northern Line teilt sich – unbedingt auf den richtigen Ast achten, das steht selten groß auf den Touristenkarten.

Tipp: Plane mindestens 90 Minuten für Camden ein. Wer hetzt, versteht den Markt nicht.

Sky Garden: Kostenloser Blick über die City

Der Sky Garden auf dem Dach des 20 Fenchurch Street – von Londonern liebevoll „Walkie-Talkie“ oder „The Pint“ genannt, wegen der bauchigen Form des Gebäudes – ist eines der besten Angebote der Stadt: kostenloser Eintritt, spektakuläre Aussicht, tropischer Garten in schwindelerregender Höhe.

Der Blick von hier ist beeindruckend: die Themse, Tower Bridge, Tower of London, Canary Wharf – alles auf einmal. An einem klaren Frühlingstag reicht die Sicht weit ins Umland.

Wichtig: Ohne Vorabreservierung kommst du nicht rein. Der Eintritt ist zwar kostenlos, aber Tickets müssen online gebucht werden – am besten mehrere Wochen im Voraus unter skygarden.london. Wer das vergisst, steht draußen, ohne Ausnahme.

Tipp: Ein Selfiestab ist auf der Aussichtsplattform nicht erlaubt – der Wind in dieser Höhe macht das ohnehin zur schlechten Idee.

Millennium Bridge & Tate Modern: Über den Fluss

Vom Sky Garden läufst du zur Millennium Bridge – etwa 20 Minuten zu Fuß. Die elegante Fußgängerbrücke verbindet die nördliche City of London mit der Southbank und ist selbst schon ein Erlebnis: Vor einem erhebt sich die Kuppel der St. Paul’s Cathedral, unter einem gleitet die Themse, und auf der anderen Seite wartet die Tate Modern.

Millennium Bridge über die Themse in London - Fußgängerbrücke

Die Tate Modern ist mehr als ein Pflichtbesuch – die Turbine Hall allein ist beeindruckend, ein riesiger ehemaliger Industrieraum, der regelmäßig mit Kunstinstallationen bespielt wird. Der Eintritt zur Dauerausstellung ist kostenlos.

Tipp: Von der Tate Modern läufst du anschließend westlich entlang der Southbank weiter Richtung London Eye – einer der schönsten Spazierwege der Stadt, vorbei an Straßenmusikern, dem Shakespeare’s Globe und kleinen Cafés direkt am Wasser.

London Eye: Champagner zum Sonnenuntergang

London Eye mit einem Durchmesser von 120 Metern

Das London Eye braucht keine große Einleitung. Das Riesenrad am Südufer der Themse ist seit 1999 eines der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt – und der Blick von oben ist tatsächlich so gut wie versprochen.

Besonders empfehlenswert ist das Champagner-Erlebnis mit Moët & Chandon inklusive Fast-Track-Einlass. Während die Gondel sich langsam dreht, blickt man über Westminster, den Big Ben, den Hyde Park und die Dächer des West End. Im Frühjahr geht die Sonne zwischen 19:30 und 20:30 Uhr unter – das ist der richtige Moment. Tickets online buchen unter londoneye.com, Uhrzeit entsprechend wählen.

Tipp: Fast-Track lohnt sich. Gerade im Frühjahr können die Warteschlangen lang sein, und du willst pünktlich in der Gondel sitzen, nicht davor stehen.

Chinatown: Abendessen mit Stäbchen

Vom London Eye nach Chinatown sind es etwa 35 bis 40 Minuten zu Fuß – über die Westminster Bridge und durch das Herz des West End. Ein angenehmer Abendspaziergang, der die Stadt von einer anderen Seite zeigt.

Chinatown, eingeklemmt zwischen Soho und Leicester Square, ist nach Einbruch der Dunkelheit besonders lebendig. Rote Laternen, dampfende Küchen, lebhafte Restaurants. Dim Sum, Peking-Ente, Hotpot – die Auswahl ist groß und die Preise fair. Eine Reservierung braucht man in den meisten Restaurants nicht.

Chinatown London

Tipp: Viele Restaurants in Chinatown akzeptieren nur Bargeld (Cash Only). Am besten vorher am Automaten Pfund ziehen. Oder höflich fragen, ob Kartenzahlung möglich ist. ;-)

Piccadilly Circus: Der Abend gehört der Stadt

Den Abschluss bildet der Piccadilly Circus – kaum 200 Meter von Chinatown entfernt. Die Leuchtreklamen, die Straßenkünstler, das Treiben einer Stadt, die auch um 22 Uhr noch nicht schlafen will. Ein kühles Getränk in der Hand, irgendwo am Rand des Geschehens sitzen und zuschauen – das reicht vollkommen.

London hört nie auf. Es macht nur manchmal eine kurze Pause.

Ein Tag reicht nie wirklich aus für London. Aber er reicht, um zu verstehen, warum man wiederkommt.

Lese hier unseren Artikel: London – Die Top 7 Sehenswürdigkeiten