Das Kolosseum – Die Arena in Verona: Geschichte, Bedeutung und Fakten

Kolosseum - Die Arena in Verona. Die Fassade der Arena besteht aus gemauerten Rundbögen. Vom großen Vorplatz aus kann man die gesamte Fassade des Kolosseum mit zwei Etagen von großen Rundbögen sehen. Der Platz davor ist mit Granitsteinen gepflastert.

Als ich das erste Mal das Kolosseum in Verona betrat, war ich überwältigt – nicht nur von der schieren Größe, sondern davon, wie lebendig ein fast 2.000 Jahre altes Bauwerk noch sein kann. Während viele römische Amphitheater heute nur noch Ruinen sind, wird hier bis heute Oper gespielt, mitten in der Stadt, auf denselben Steinstufen, auf denen einst Gladiatoren kämpften.

Die Arena wurde im 1. Jahrhundert n. Chr. während der römischen Herrschaft erbaut und dabei hauptsächlich für Gladiatorenkämpfe und Tierhetzen genutzt. Mit einer Kapazität von damals rund 30.000 Zuschauern zählte sie zu den größten Amphitheatern Italiens – deutlich größer, als die heutige Nutzung vermuten lässt. Bei modernen Opernaufführungen sind es aus Gründen des Denkmalschutzes und Komforts nur noch rund 15.000 Plätze, verteilt auf die historischen Steinstufen und zusätzliche Sitzreihen im unteren Bereich.

Geschichte in drei Kapiteln

DIm Mittelalter diente die Arena zeitweise als Steinbruch – viele ihrer Steine wurden für andere Gebäude in Verona verwendet, was die ursprüngliche Größe der Außenmauer stark reduzierte. Im 12. Jahrhundert wurde sie kurzzeitig sogar als Burg und Gefängnis genutzt, bevor sie ab dem 16. Jahrhundert wieder als öffentlicher Veranstaltungsort diente – zunächst für Theateraufführungen, später für die Konzerte und Opern, für die sie heute weltberühmt ist.

Die erste große Restaurierung fand im 19. Jahrhundert statt, eine weitere in den 1930er-Jahren, als die Arena endgültig zur festen Opernbühne wurde. Seitdem finden hier jeden Sommer die Opernfestspiele von Verona statt – eines der größten Open-Air-Opernfestivals der Welt.

Architektur: Von außen unscheinbar, von innen monumental

Die Arena misst 138 mal 110 Meter und ist damit deutlich kleiner als das römische Kolosseum – aber besser erhalten. Die vier ursprünglichen Stockwerke der Außenfassade sind bis auf einen kleinen erhaltenen Abschnitt (den sogenannten „Ala“, den Flügel) durch ein Erdbeben im 12. Jahrhundert und die spätere Steinentnahme verloren gegangen. Was heute die Außenmauer bildet, ist eigentlich der innere Ring – deshalb wirkt die Arena von außen kompakter, als ihre historische Kapazität vermuten lässt.

Im Inneren ist die elliptische Grundform gut erhalten: 65 mal 40 Meter misst die eigentliche Arenafläche, umgeben von ansteigenden Steinstufen, die noch heute genau so genutzt werden wie vor 2.000 Jahren – nur die Kissen zum Sitzen sind neu.

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TIPP Wie ich bereits im Artikel über Verona geschrieben habe, zählt die Stadt zu den beliebtesten Städten Italiens.

Ganz sicher trägt ein besonderes kulturelles Highlight dazu bei, dass das auch in Zukunft so sein wird: das „Arena di Verona Opera Festival“. Gegründet wurde es 1913 zum 100. Geburtstag von Giuseppe Verdi – mit einer Aufführung von dessen Oper Aida, initiiert vom Veroneser Tenor Giovanni Zenatello. Bis zur permanenten Festival-Organisation 1936 wechselten mehrfach die Veranstalter, unterbrochen von den Weltkriegen, aber die Tradition hält bis heute an.

Leider habe ich es selbst noch nicht geschafft, eine Oper dort zu besuchen, aber aus Berichten weiß ich, dass es in einer warmen Sommernacht unter freiem Himmel ein ganz besonderes Erlebnis sein soll.

Tickets gibt es im Übrigen auf der Website der Arena die Verona.

Besucherinformationen

Außerhalb der Opernsaison (Juni bis September) ist die Arena tagsüber gegen Eintritt frei zugänglich und lässt sich in etwa 30–45 Minuten besichtigen. Ein Audioguide ist optional buchbar. Während der Opernfestspiele ist die Besichtigung tagsüber eingeschränkt möglich, dafür lohnt sich der Besuch abends zur Vorstellung – Karten gibt es von einfachen Steinstufen-Plätzen bis zu nummerierten Sitzen mit Rückenlehne.

Die Arena ist grundsätzlich barrierefrei zugänglich, für Rollstuhlfahrer empfiehlt sich aber eine vorherige Anmeldung beim Arena-Management, da die historischen Steinstufen nicht überall angepasst sind.

Wer mehr über Verona als Stadt erfahren möchte – Romeo und Julia, Ponte Pietra und Castel San Pietro – findet hier alle Tipps zur Stadt.

Häufige Fragen zur Arena di Verona

Wie viele Zuschauer passen in die Arena di Verona?
In der Antike bot sie Platz für rund 30.000 Zuschauer. Bei modernen Opernaufführungen sind es aus Denkmalschutz- und Komfortgründen etwa 15.000 Plätze.

Kann man die Arena das ganze Jahr über besichtigen?
Ja, außerhalb der Opernsaison (Juni–September) ist sie tagsüber regulär gegen Eintritt zugänglich. Während der Festspielzeit ist die Besichtigung tagsüber eingeschränkt.

Was kostet eine Opernkarte in der Arena?
Die Preisspanne ist groß – von einfachen, unnummerierten Steinstufen-Plätzen bis zu nummerierten Sitzplätzen mit Rückenlehne in Bühnennähe. Für aktuelle Preise lohnt sich ein Blick auf die offizielle Seite der Arena-Opernfestspiele.

Ist die Arena barrierefrei?
Grundsätzlich ja, allerdings sind nicht alle historischen Bereiche gleichermaßen angepasst. Eine vorherige Anmeldung beim Management wird für Rollstuhlfahrer empfohlen.