Wer mit dem Auto in eine europäische Großstadt fährt, denkt zuerst an Stau, dann an Umweltzonen – und vergisst dabei das dritte Problem: das Parken. Die Parkgebühren in den Innenstädten Europas sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. In manchen Städten hat das Niveau einen Punkt erreicht, an dem ein Tagesausflug mit dem Auto allein durch die Parkkosten zur teuren Angelegenheit wird.
Die teuersten Städte Europas
London führt das europäische Ranking der Parkgebühren mit über 10 Euro pro Stunde an. Stockholm folgt mit 7,80 Euro pro Stunde, Oslo liegt bei 5,30 Euro, Amsterdam bei 4,70 Euro und Paris bei 4,30 Euro. Wer in London vier Stunden parkt, zahlt dafür allein über 40 Euro – noch ohne die Congestion Charge von 18 Pfund und die ULEZ-Gebühr von 12,50 Pfund. Ein Tagesausflug ins Zentrum kann so schnell 80 bis 100 Euro kosten, bevor man auch nur ein Museum betreten hat.
Kopenhagen gilt als weiteres teures Pflaster. Seit dem 1. April 2025 ist das Parken auch an Sonntagen in den vier gebührenpflichtigen Zonen der Stadt kostenpflichtig. Lediglich die erste Stunde ist von Samstag 17 Uhr bis Montag 8 Uhr kostenlos – danach fallen die üblichen Gebühren an. Wer seinen Mietwagen in Kopenhagen abholt, sollte zudem wissen, dass er kein ausländisches Kennzeichen hat und eine dänische Parkscheibe benötigt.
Hotelparkplätze – bequem, aber nicht günstig
Viele Innenstadthotels in europäischen Großstädten bieten eigene Parkplätze oder Tiefgaragen an. Das klingt praktisch – und ist es auch, aber der Komfort hat seinen Preis. Hotelparkhäuser in London, Paris oder Amsterdam verlangen häufig 40 bis 60 Euro pro Nacht. In manchen Fällen liegen die Preise sogar über dem, was umliegende öffentliche Parkhäuser kosten.
Vor der Buchung lohnt sich daher ein direkter Vergleich: Hat das Hotel eine eigene Garage, und was kostet sie pro Nacht? Gibt es ein günstigeres Parkhaus in der Nähe? Plattformen wie Parkopedia oder Parkimeter zeigen Preise und Verfügbarkeiten in Echtzeit und ermöglichen oft eine Vorabreservierung zu deutlich günstigeren Konditionen.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Wer in einer Stadt mit ZTL-Zone oder Registrierungspflicht übernachtet, sollte vor der Anreise klären, ob das Hotel das eigene Kennzeichen für die Einfahrt registrieren kann. In Florenz etwa ist das zwingend notwendig – ohne Registrierung durch das Hotel ist die Einfahrt in die Altstadt illegal, selbst wenn der Parkplatz bereits gebucht ist. Viele Hotels bieten diesen Service kostenlos an, aber nur wenn man rechtzeitig Bescheid gibt.
Park and Ride – die günstigere Alternative
Die vernünftigste Lösung in vielen Städten ist das Park-and-Ride-System: Auto am Stadtrand abstellen, mit öffentlichen Verkehrsmitteln ins Zentrum fahren.
In Kopenhagen bietet das Park-and-Ride-System Tagesgebühren zwischen 7,50 und 10 Euro – deutlich günstiger als jeder Innenstadtparkplatz. Wichtig: Das Ticket für die Weiterfahrt mit Metro oder Bus ist in Kopenhagen nicht automatisch im Park-and-Ride-Preis enthalten und muss separat gebucht werden.
In London gibt es Park-and-Ride-Optionen an den äußeren U-Bahn-Stationen der Zone 6. Wer dort parkt und mit der Tube ins Zentrum fährt, zahlt für Parken und eine Tageskarte zusammen oft weniger als allein für einen Innenstadtparkplatz. Ähnliche Systeme existieren in Paris, Amsterdam, Stockholm und vielen weiteren Städten.
Registrierungspflicht beim Parken nicht vergessen
In mehreren europäischen Städten reicht es nicht, einfach zu parken und den Parkschein zu ziehen. Immer mehr Kommunen verlangen eine digitale Registrierung des Kennzeichens – per App, am Automaten oder telefonisch.
In Kopenhagen muss das Parken immer registriert werden – per App, Parkautomat oder telefonisch, auch bei Parkzeiten unter einer Stunde. Wer das vergisst, riskiert ein Bußgeld, obwohl der Parkplatz an sich erlaubt gewesen wäre.
In italienischen Städten mit ZTL-Zonen kommt eine besondere Tücke hinzu: Wer innerhalb einer gesperrten Zone parkt, ohne registriert zu sein, riskiert eine doppelte Strafe – einmal für die unerlaubte Einfahrt, einmal für das unerlaubte Parken. In Florenz können das schnell 160 Euro und mehr sein.
In London müssen ausländische Kennzeichen für die Congestion Charge und die ULEZ auf der TfL-Website registriert werden – nicht weil eine Vorabreservierung nötig ist, sondern damit die Zahlung korrekt zugeordnet werden kann. Wer das versäumt, erhält einen Bußgeldbescheid, obwohl er bereit gewesen wäre zu zahlen.
Schnellübersicht Parkgebühren und Hinweise
| Stadt | Stundenpreis (ca.) | Besonderheit | Tipp |
|---|---|---|---|
| London | ab 10 € | Zusätzlich Congestion Charge + ULEZ | Park and Ride ab Zone 4/5 |
| Stockholm | ab 7,80 € | Citymaut zusätzlich | Park and Ride Stadtrand |
| Oslo | ab 5,30 € | AutoPass Citymaut | Park and Ride |
| Amsterdam | ab 4,70 € | Kennzeichen-Kontrolle | P+R an Stadtgrenzen |
| Paris | ab 4,30 € | Crit’Air Plakette nötig | P+R außerhalb Périphérique |
| Kopenhagen | variiert | Registrierungspflicht auch sonntags | P+R 7,50–10 € / Tag |
| München | ab 4,20 € | Umweltzone Plakette nötig | Parkhäuser oft günstiger als Straße |
| Florenz | variiert | ZTL – Hotel muss Kennzeichen registrieren | Auto außerhalb abstellen |
| Rom | variiert | Mehrere ZTL-Zonen | Parkhäuser außerhalb Zentrum |
| Dubrovnik | variiert | Registrierung März–November Pflicht | Nur mit Anmeldung einfahren |
Fünf praktische Tipps
Erstens: Prüfe vor der Reise, ob dein Zielhotel einen eigenen Parkplatz hat und was er kostet – oft ist ein nahegelegenes öffentliches Parkhaus günstiger. Frag beim Hotel direkt nach, ob die Garage übernachtsgebühren oder Tagesgebühren berechnet.
ANZEIGE. Ohne geht es leider nicht.
Zweitens: Nutze Parkopedia oder Parkimeter zur Vorausplanung und zum Preisvergleich – in vielen Städten lassen sich Plätze vorab günstiger reservieren.
Drittens: Übernachtest du in einer Stadt mit ZTL-Zone – zum Beispiel in Florenz, Rom oder Dubrovnik – informiere das Hotel rechtzeitig über dein Kennzeichen, damit es die Registrierung übernehmen kann. Ohne diese Registrierung ist die Einfahrt auch zum Hotelparkplatz illegal.
Viertens: In Städten mit Registrierungspflicht fürs Parken immer per App oder Automat anmelden – auch wenn die Parkzeit kurz ist. In Kopenhagen gilt das inzwischen auch sonntags und an Feiertagen.
Fünftens: Park and Ride ist in fast allen großen Städten die günstigste und stressfreiere Lösung. Der Zeitverlust gegenüber dem Innenstadtparken ist oft geringer als man denkt – weil man nicht nach einem freien Platz suchen muss.
Hinweis: Alle Preisangaben sind Richtwerte und können je nach Zone, Tageszeit und Parkplatz abweichen. Aktuelle Tarife bitte vor der Reise prüfen – zum Beispiel über Parkopedia oder die jeweiligen städtischen Websites.
